Unsere Kirche

© Ev. Kirchengemeinde Oberboihingen

Die Bartholomäuskirche im Jahr 2006

© Ev. Kirchengemeinde Oberboihingen

Die Kirche im Jahr 1938

© Ev. Kirchengemeinde Oberboihingen

Die große Glocke

Ab 1466 hat Oberboihingen eine eigene Pfarrei. 1535 wurde im Amt Nürtingen die Reformation eingeführt und damit Oberboihingen evangelisch. Der letzte katholische Pfarrer Georg Hetzer ließ sich reformieren und wurde damit der erste evangelische Pfarrer.

Die jetzt sichtbare Kirche hat eine bewegte Baugeschichte. Schon vor der Erhebung zur Pfarrstelle existierte wohl seit dem 13. Jahrhundert eine Kapelle und ein bereits damals baulich eigenständiger Turm (wie heute noch). Um 1466 muss der frühgotische Chor angebaut worden sein, ebenfalls die Sakristei. Seitenemporen, die der wachsenden Zahl von Gemeindegliedern entgegenkam, wurden im 15. und 16. Jahrhundert eingebaut und prägten das Bild für längere Zeit.

Auch die Orgel fand auf der linken Seitenempore Platz. Fensterformen und Eingänge wurden während der gesamten Zeit immer wieder geändert. Bis 1932 wurde die Kirche durch Einzelöfen beheizt, dann stellte man auf elektrische Technik um. 1955 wurde eine deutlich erweiterte Kirche wieder eingeweiht: die Arkaden entstanden und mit ihnen die große Empore nach hinten. Alle Bänke wurden nach vorne ausgerichtet, eine neue Kanzel wurde errichtet, die Orgel bekam einen Platz seitlich im Chorraum. Die Seitenemporen verschwanden. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Kruzifix wurde wieder über dem Altar angebracht.

In Verbindung mit dem Einbau der neuen Orgel im Jahr 1999 wurden zwei Bankreihen entfernt, um mehr Platz für Musizieren und Feiern zu bekommen. Auch farblich wurde die Kirche innen aufgefrischt.


Glocken

1917 herrschte Aufregung, als bekannt wurde, dass die größte Glocke (von 1879, gis, 101 cm Durchmesser, 520 kg) zum Einschmelzen abgenommen werden musste. Eine 1923 neu gestiftete große Glocke wurde leider ebenso wie die Glocke von 1515 (h, 86 cm Durchmesser, 390 kg) im Jahr 1942 wieder zur Einschmelzung abgenommen; erstaunlicherweise kehrte die älteste Glocke wieder zurück.

Das heutige Geläut setzt sich also zusammen aus:große Glocke, 1949, gis, 100 cm, 700 kgmittlere Glocke, 1515, h, 86 cm, 390 kgkleine Glocke, 1949, dis, 76 cm, 300 kg.

Die kleinste Glocke von 1851, dis, 63 cm, 140 kg dient dem „Schiedläuten“ – dem Läuten, dass den Oberboihingern den Tod einer der ihren anzeigt (nach Todesfällen um 18.00 Uhr)


Pfarrhaus
Während zunächst der Hohentwiel als Pfarrhaus diente, wurde bereits 1603 wegen Baufälligkeit ein Bauernhof (heute Nürtinger Str. 9) gekauft und zum Pfarrhaus umgebaut. Im Jahr 2010 wurde der Hohentwiel von der Kirchengemeinde an die Gemeinde Oberboihingen verkauft und befindet sich inzwischen in Privatbesitz. Als Pfarrhaus mit Amtsräumen, einer ausreichend großen Wohnung für eine Pfarrfamilie und mit gebotener Zugänglichkeit würde er sich künftig nicht nutzen lassen. Seither befindet sich auch die Pfarrwohnung wieder im Pfarrhaus in der Nürtinger Straße 9.